Was Michael Jordan von Phil Jackson erlernen durfte
April 22, 2019

Was Michael Jordan von Phil Jackson erlernen durfte

2013 war der erfolgreichste Basketball Trainer Allerzeiten, Phil Jackson, zu Gast bei Oprah Winfrey. Die Talkshow Moderatorin wollte herausfinden, wie es Phil Jackson damals schaffen konnte, die Chicago Bulls zu einem Team zu formen. Die Mannschaft war bespickt mit Persönlichkeiten, welche ein sehr großes Ego mit sich herum trugen. Doch Jackson schaffte es aus Spielerin wie Scottie Pippen, Dennis Rodman und der Legende Michael Jordan Teamplayer zu formen und eine Basketball-Ära zu prägen. Das Selbe wiederholte er bei den Los Angeles Lakers mit Shaquille O`Neal und Kobe Bryant.
Sein Geheimnis?
„Ich habe mit den Spielern über Achtsamkeit als Existenz gesprochen. Die Spieler begriffen, dass sie nicht nur ihren Körper, sondern auch ihren Geist trainieren müssen. So gelang es mir, dass die Spieler auch in Zeiten wo wir als Team in Bedrängnis waren, miteinander im Einklang sein konnten.
Sie lernten nach einem schlechten Wurf oder bei einem Spiel, wo einfach alles schief ging, sich auf die Bank zu setzten und tiefe Atemzüge zu nehmen – danach begann alles neu. Du „resetest“ dich mit Hilfe von Achtsamkeit. Wir haben Achtsamkeit trainiert und ich brachte den Jungs bei, still zu sitzen und zu meditieren. Ich habe ihnen gezeigt wie sie ihre Hände halten - und ihre Schultern platzieren müssen. Das Team erlernte den ganzen Prozess wie aufrecht zu sitzen, ohne dass einer herumhängt oder einschläft.
Den Jungs hat es gefallen und sie haben es toleriert, weil es darum ging authentisch zu sein. Ich habe mit ihnen Dinge getan, welche vom gewöhnlichen Training abgewichen sind und sie lernten Spiele von innen heraus zu meistern. Doch es gab auch Methoden, wie Tai chi und Yoga, welche nicht den gewünschten Effekt hervorbrachten. Aber was wirklich funktioniert hat war Meditation- das funktionierte immer.“

Große Persönlichkeiten meditieren täglich

 
Die Liste der Persönlichkeiten welche Meditation für sich entdeckt haben ist lang. Katy Perry, Lady Gaga, Jogi Löw, Nicole Kidman, Cristiano Ronaldo, Clint Eastwood, Russell Brand, Hugh Jackman und auch Operah Winfrey meditieren täglich. Wenn also die erfolgreichsten Menschen auf unserem Planeten sich mit Meditation auseinandersetzen, dann solltest du doch auch einmal darüber nachdenken oder nicht?
In diesem Blogbeitrag möchte ich dir Meditation im Allgemeinen ein wenig näher bringen, dabei mit dir meine Erfahrungen mit diesem kraftvollen Tool teilen und dir aufzeigen wie Meditation deine sportliche Leistung steigern kann. Die gute Nachricht vorweg: Du musst dir keine übermenschlichen Kräfte aneignen und auch kein außergewöhnlicher Mensch sein, um Meditation für dich nutzen zu können. Dennoch versuche ich hier ein Thema in Worte zu fassen, welches nur schwer mit Worten zu beschreiben ist. Vor allem wenn du noch keine Erfahrungen mit Meditation gemacht hast, kann ich dich mit diesem Beitrag maximal motivieren und inspirieren. Denn wie soll man einem Menschen Sex beschreiben, wenn er noch nie Sex gehabt hat? Schwierig... Klar ist, Meditation beinhaltet unfassbar viel und der Zustand ist nicht zu erklären sondern muss erfahren werden. Auch ich bin ganz am Anfang dieses interessanten Weges...
 

Was ist Meditation eigentlich?

 
In der heutigen Zeit sind die Menschen immer größeren Alltagsherausforderungen ausgesetzt. Dadurch steigt das Stresslevel und wenn wir einmal Zeit für uns hätten, holen wir uns eine Reizüberflutung auf Social Media Plattformen oder im TV. Daraus resultieren meistens Unzufriedenheit, Sorgen, Aggressionen, (Selbst-) Zweifel, Ängste bis hin zu Depressionen und Krankheiten.
 
Wir bekommen unsere Stimme im Kopf einfach nicht zur Ruhe. Ständig sind wir in einer Konversation mit „uns selbst“. Gefangen in Gedanken welche uns beispielsweise sagen, was wir noch erledigen müssen und uns dadurch ständig in die Zukunft oder in die Vergangenheit zwingen. Unsere Lebensqualität nimmt drastisch ab und wir fühlen uns oft müde. Doch wir brauchen nicht mehr Schlaf, es sind unsere Seelen die müde sind und nicht unsere Körper.

Der Schlüssel um eine Wende in diesen Teufelskreis zu bekommen ist Meditation. Dafür muss jedoch zuerst einmal erkannt werden, dass man sich in einem Teufelskreis befindet. Denn es ist nicht normal ständig gestresst, gereizt oder unglücklich zu sein. Sobald ein Mensch diese Erkenntnis erlangt, kann ihm Meditation helfen. Denn niemand sucht den Weg nach innen grundlos. Das Ziel ist weg vom Stress und der Unzufriedenheit - hinzu Ausgeglichenheit und Frieden. Doch wie soll das funktionieren?
In der Meditation versuchen wir im allgegenwärtigen Moment, dem „Jetzt“, zu sein. Die Gegenwart ermöglicht uns die Stimme im Kopf ruhig zu stellen . Wie Phil Jackson bereits Michael Jordan sagte, könnte man auch von „Achtsamkeitstraining“ sprechen. Denn beim meditieren lernen wir zu beobachten was ist, ohne dabei etwas zu bewerten. Meditation hilft uns also den Geist ruhig zu bekommen. Das kann durch aktive- oder passive Meditation, mit ganz vielen verschiedenen Techniken, erreicht werden.
Klar ist, dass weder dein Körper, noch dein Geist Freudensprünge machen wird, wenn er bemerken sollte, dass du mit dem Meditieren anfängst. Dein Geist ist sich nicht gewohnt ruhig zu sein und wird alles erdenkliche unternehmen, um dich vom Meditieren abhalten zu können. Gedanken wie „das ist nichts für mich“, „es passiert ja nichts, weshalb soll ich das tun?“ sind am Anfang ganz normal. Auch dein Körper wird sich melden. Deine Füße und Beine werden einschlafen, dein Rücken wird anfangen zu schmerzen und wenn du wie ich „eine Fussballer-Beweglichkeit“ besitzt, wirst du noch mit ganz anderen Sorgen zu kämpfen haben.
Doch genau diese Dinge gilt es am Anfang zu akzeptieren, um anschließend einen Zustand der inneren Ruhe zu erlangen. Diese innere Ruhe wird aber nicht nach 2-3 Mal meditieren eintreffen – die Regelmäßigkeit bringt hier den Erfolg.
 
Personen welche diese innere Ruhe für sich entdeckt haben, können dieses Phänomen nur sehr schwer in Worte fassen. Deshalb fällt es den meisten Menschen welche meditieren schwer zu sagen weshalb sie meditieren und welche Auswirkungen Meditation auf ihr Leben hat. Wissenschaftlich ist längst bewiesen, dass Meditation Stress reduziert, den Körper wieder in das Gleichgewicht bringt, den Puls und den Blutdruck senkt, sowie die Atmung verlangsamt.
 

Warum meditiere ich?

 
Doch auch Menschen welche erst seit kurzem meditieren, werden eine Veränderung spüren können. Denn Meditation verbindet dich wieder mit deiner Essenz. Es geschieht etwas, was nicht beschrieben oder angefasst werden kann - Lass es uns Mystik nennen.
 
Meine größten „Erkenntnisse„ vom Meditieren dürften für einige Menschen als sehr komisch, unbegreiflich oder sogar „total crazy“ eingestuft werden...

-      Ich habe totale Begeisterung für leere Zwischenräume entdeckt.
-      Meine Dankbarkeit für die„einfachsten Dinge“ ist unbeschreiblich groß geworden.
-      Mein Atem wurde das kraftvollsteTool welches ich besitze.
-      Meine Achtsamkeit in allen Belangen, ist nicht vergleichbar mit dem „früheren Ich“.
-      Ich rege mich viel weniger schnell auf und bin gelassener.
-      Ich lache regelmäßig über mich selbst.
-      In mir ist etwas, dass selbst nach meinem Tod nicht sterben wird.
-      Ich kann mich für das „glücklich sein“ entscheiden.
-      Mir ist bewusst, dass „negative Dinge“ zum Leben dazu gehören.
-      Ich vertraue dem Fluss des Lebens.
-      Schönheit ist nicht mehr eine Frage des Körpers.
-      Dualitäten dienen mir zur Wertschätzung.
-      Zeit ist eine Illusion geworden.
-      Wertvolle Gegenstände verloren ihren Wert.
-      Mein Bewertungssystem hat sich komplett verändert.
-      Ich habe gelernt, dass das Glück nie im Außen zu finden ist.
-      Usw., usw., usw.
 

Der Einfluss von Meditation auf deine sportliche Leistungsfähigkeit

 
Wenn du anfängst zu meditieren wirst du schnell bemerken, wie schwer es dir fällt deinen Geist unter Kontrolle zuhalten. Du kannst dir deinen Geist wie ein wildes Meer mit hohen Wellen vorstellen - und du bist der Surfer. Wenn du bereits einmal auf einem Surfbrett gestanden bist, weißt du wie schwierig es ist gegen die Wellen anzukämpfen. Du wirst unter das Wasser gerissen, die Wellen decken dich zu, du schluckst Wasser und bereits rauscht die nächste Welle über dich.... ein scheiss Gefühl. Doch mit genügend Übung lernst du, dass es nicht darum geht die Wellen zu bekämpfen, sondern auf Ihnen zu gleiten.
 
Genau dasselbe passiert, wenn du regelmäßig meditierst. Mit der Zeit wirst du dein wildes Meer, deine Gedanken im Kopf, glätten können. Aber ich spreche hier von viel Übung - und viel Übung setzt Disziplin voraus. Doch Disziplin steht bei den meisten Menschen auf der Beliebtheitsskala zwischen Zahnarzt und Durchfall...
 
Aber genau als Sportler bist du dazu prädestiniert, Charaktereigenschaften wie Disziplin, Eigenverantwortung, Ausdauer, Zielstrebigkeit, Geduld und Selbstüberwindung zu beherrschen. Denn diese Eigenschaften werden im Sport vorausgesetzt, dass du ein guter Athlet sein kannst. Wenn es dir also gelingt, genau diese Fähigkeiten auf das Meditieren zu übertragen, wirst du es schaffen, deinen Blickwinkel nach innen zu drehen, die innere Stimme zu spüren und ihr dann zu folgen.
 
Den Menschen welche vielleicht nicht aus dem Sport kommen und wissen, dass sie Mühe haben Disziplin aufzubringen, kann ich meinen früheren Blogartikel „Erlerne die Fähigkeit die Cristiano Ronaldo an die Weltspitze brachte“ ans Herz legen. Dort wird dir gezeigt, dass Disziplin trainiert werden kann, wie ein Muskel am Körper.
 
Doch weshalb sollte ein Sportler denn überhaupt meditieren? Welchen Mehrwert kann ein Athlet daraus ziehen, im Bezug auf seine Leistungsfähigkeit?
 
Wie du sicher bemerkst hast, ist es heute um einiges schwieriger geworden sportliche Erfolge feiern zu können. Da an der(Welt)Spitze mittlerweile oft das kleinste Detail über Sieg oder Niederlage entscheiden kann. Früher war es möglich, alleine durch ein großes Talent, sportliche Erfolge zu verbuchen. Heutzutage hört man oft Sätze über ehemalige Talente wie: „Er war unglaublich talentiert, aber sein Kopf war das Problem“.
 
Auch wenn du dir die Analysen von Athleten oder Trainern anhörst, fallen Aussagen wie: „Wir waren nicht bereit im Kopf.“,„die Konzentration hat gefehlt“, „momentan ist der Kopf das Problem“, „der Unterschied wir im Kopf gemacht“, „wir müssen mental bereit sein“. Mittlerweile dürfte also jedem Sportler klar sein, dass er seinen Kopf genau so trainieren muss wie seinen Körper. Deshalb bin ich davon überzeugt, dass Meditation in ein paar Jahren aus dem Leistungssport nicht mehr wegzudenken sein wird!!!
 

Du willst einen Vorteil? Dann starte JETZT!

 
Meditation hilft dir mit Drucksituationen, mit Ängsten, zu viel Stress, Nervosität usw. umzugehen. Deine Reaktionsfähigkeit, deine Konzentrationsfähigkeit und deine Wahrnehmungsfähigkeit nach außen- und für körperliche Prozesse wird gesteigert. Weiter steigert Meditation auch deine Schlafqualität, was vor allem Athleten dabei helfen kann sich schneller von Trainingseinheiten, Wettkämpfen oder sogar Verletzungen zu erholen. Kurzgesagt, Mediation schafft eine Verbindung zwischen Körper und Geist und kann dir helfen deine sportliche Performance ohne Druck zu steigern. Dieses kraftvolle Tool zielt darauf ab alte Denkmuster und alte Gewohnheiten loslassen zu können. Wenn dieser Vorgang in Gang gesetzt wird, ist es möglich das„Innere“ neu zu programmieren.
 
Mir ist bewusst, dass das Ganze für dich wie nach „Hokuspokus“ klingen mag, doch diese Erkenntnisse sind mittlerweile sogar wissenschaftlich bewiesen.
 
Mir selbst hat Meditation im Bezug auf meine Trainertätigkeit geholfen, Niederlagen als Erfahrungen wahrnehmen zu können. Ich bin in der Lage Trainingseinheiten und Spiele, mit klarem Kopf, „ohneBewertungen“ zu analysieren. Selbstvorwürfe welche ich mir vor einigen Jahren als Trainer gemacht habe, sind fast komplett weggefallen. Klar bin ich noch weit von "der Perfektion" entfernt, jedoch spüre ich eine sehr starke Veränderung seit ich regelmäßig meditiere.
 
Über ähnliche Erkenntnisse berichten auch diverse Athleten. Sie lernten durch Mediation, dass es nicht darum geht einen Gegner zu besiegen, sondern viel mehr darum, sein Bestes zu geben und sich selbst immer wieder zu Höchstleistungen pushen zu können. Die persönliche Leistung, sein Bestmögliches geleistet zu haben, steht über einem Sieg oder einer Niederlage. Meditation hilft Athleten viel gelassener zu sein und Emotionen wie Wut und Verzweiflung treten viel seltener auf. Sie lernen jede Situation zu akzeptieren und das Beste daraus zu machen.
 

„Ich habe keine Zeit für diesen Hokuspokus“

Ich kenne einige Leute welche eigentlich wissen, dass ihnen Meditation gut tun könnte. Jedoch tätigen Sie Aussagen wie: „Ich habe keine Zeit um Räucherstäbchen anzuzünden, mich auf den Boden zusetzen und stundenlang „Om“ zu sagen“. Das kann ich verstehen. Vor allem wenn ein Alltag vollgestopft ist mit Leistungsdruck, Telefonaten und Meetings.
 
Aber Meditation ist ein (Lebens-)Zustand der überall stattfinden kann und nicht an eine Zeitspanne gebunden ist. Schließlich geht es darum, sich in der Gegenwart aufzuhalten. Es ist also möglich jederzeit und überall zu meditieren – sogar bei der Arbeit. Alleine durch mehr Achtsamkeit im Alltag kann man sich selbst umprogrammieren. Das Ziel lautet also, so präsent wie möglich bei der aktuellen Tätigkeit zu sein. Dass dabei fantastische Ergebnisse herausschauen und man sich nie den Vorwurf gefallen lassen muss, nicht sein Bestes gegeben zu haben, ist um so besser. Um die„Achtsamkeit im Alltag“ zu vertiefen möchte ich zum Abschluss eine kleine Geschichte erzählen:
 
Es kamen einmal ein paar Suchende zu einem alten Meister. „Herr“  fragten sie, „was tust du, um glücklich und zufrieden zu sein? Wir wären auch gerne so glücklich wie du.“ Der Alte antwortete: „Wenn ich liege, dann liege ich. Wenn ich aufstehe, dann stehe ich auf. Wenn ich gehe, dann gehe ich und wenn ich esse, dann esse ich.“ Die Fragenden schauten betreten. Dann platze einer heraus:„Bitte, auch wir schlafen, essen und gehen. Aber wir sind nicht glücklich. Was ist also das Geheimnis?“ Doch es kam die gleiche Antwort. Die Unruhe und den Unmut der Suchenden spürend, fügte der Meister nach einer Weile hinzu: „Sicher liegt auch ihr und ihr geht und ihr esst. Aber während ihr liegt, denkt ihr schon ans Aufstehen. Während ihr aufsteht überlegt ihr, wohin ihr geht und während ihr geht fragt ihr euch, was ihr essen werdet. So sind eure Gedanken ständig woanders und nicht da, wo ihr gerade seid. In dem Schnittpunkt zwischen Vergangenheit und Zukunft findet das eigentliche Leben statt. Lasst euch auf diesen Augenblick ganz ein und ihr habt die Chance, glücklich und zufrieden zu sein.“
 
...nun wünsche ich dir viel Spaß bei deiner ersten Meditation - und hey vergiss nicht, es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen!
 
Ich danke dir aus tiefstem Herzen, wenn du diesen Blogbeitrag teilst oder Menschen zukommen lässt, welchen ein wenig mehr Achtsamkeit gut tun könnte. VIELEN, VIELEN HERZLICHEN DANK! Denn je achtsamer wir durch das Leben gehen, um so besser geht es uns Menschen und unserem ganzen Planeten!